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AI + Kreative Arbeit = Sackgasse ... meistens.

  • vor 41 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

(KI Disclaimer....die Bilder wurden mit einer KI erstellt...zu Anschauungszwecken ...der Text nicht!)


KI-Enthusiasten werden jetzt mit den Augen rollen ... „Ach Gott, wieder einer der hoffnungslosen Nostalgiker, der nicht mit dem Fortschritt mithalten will ... oder kann“. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Machen wir uns nichts vor, liebe Kreative. KI ist hier. Sie bleibt und sie hat unsere Arbeitswelt kräftig durchgeschüttelt. Manche sind, wie die ahnungslosen Rekruten im Ersten Weltkrieg, mit wehenden Fahnen auf den Zug aufgesprungen. Plötzlich wurden Jobtitel wie Art Director oder Creative Director durch den Zusatz AI Creative oder AI Consultant ergänzt. Man muss ja mithalten.

Andere haben „Das Ende ist nahe“-Pappschilder gemalt, wieder andere haben es als Hype abgetan.

Fakt ist, dass viele Aufträge von KI übernommen wurden und so mancher Fotograf, Designer oder Texter bereits das Handtuch geworfen hat.

Plötzlich sah man überall KI-generierte Werbung. Manches gut, manches brauchbar, doch das meiste war Schrott. Oder Slop.

„Aber man kann doch nicht von den Anfängen auf das Jetzt oder gar die Zukunft schließen“, wird jetzt der AI-Enthusiast rufen. „Die Dinger werden täglich besser!“

Ja und nein.

Um das zu erklären, muss ich kurz etwas ausholen.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass es sich bei ChatGPT, Claude oder Gemini um wirkliche Intelligenz (mit einem IQ von bis zu 130) handelt, sind es am Ende des Tages Maschinen. Vorhersagemaschinen, um genau zu sein.

Sie können vorhersagen, welches Wort oder welcher Pixel statistisch am nächsten kommen würde. Und das machen sie sehr effektiv. Aber das macht sie auch sehr durchschnittlich. Sie können weder mit etwas überraschend Neuem kommen, noch werden sie bewusst Regeln brechen, um Neues auszuprobieren. Kreativität = 0.

Zudem müssen wir die Daten betrachten, mit denen diese Maschinen trainiert wurden.

Nehmen wir das Beispiel Fotografie ... weil es mir aufgrund meiner Profession am nächsten liegt.

Die Riege der absoluten Top-Fotografen, also die mit den fünf- bis sechsstelligen Budgets, ist ein sehr, ich meine SEHR kleiner Kreis, der vielleicht 0,01 % aller Fotografen weltweit ausmacht (und nein ... auch wenn ich bei einer Repräsentanz untergekommen bin und für namhafte Kunden geschossen habe, zähle ich mich nicht mit dazu). Dann kommt das große, breite Feld (und das meine ich nicht böse) mittelmäßiger Fotografen. Gefolgt von Hobbyknipsern. Das ist die Grundlage der Daten, die von KI-Firmen von uns gestohlen wurden ... sorry ... ich meinte herangezogen wurden, um die Maschinen zu trainieren.

Und da die Maschinen wahre Nimmersatte sind, brauchen sie ständig neue Daten. Die sind aber mittlerweile derart von AI-Slop verseucht, dass sie anfangen, sich selbst zu fi... sorry ... sich selbst zu reproduzieren. Das Habsburger-Problem ... Lange Nasen, langes Kinn.

Okay. Aber was bedeutet das jetzt?

Vor allem erstmal eins: Ein Mensch ohne Ahnung von kreativer Arbeit wird nicht zum Künstler oder Werbefachmann durch das Verwenden von KI. Was hinten rauskommt, kann im besten Fall nur Mittelmaß sein. In den meisten Fällen ist es aber Slop. Die Art von Slop, die Käufer abschreckt.

All die Content-Firmen, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, mit ihren Schlachtrufen „Du brauchst keine Freelancer, du brauchst keine Art Direktoren ... gib uns dein Produkt und wir schicken dir 100 Creatives nach nur einer Woche“, können nur Schrott produzieren. Katzengold. Sieht erstmal schick aus. Passt wahrscheinlich nicht zur Brand, hat man schon tausendmal gesehen. Und wird im schlimmsten Fall vom Kunden negativ bewertet. ... Ach ... und es kostet trotzdem Geld. Wie heißt es so schön: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Nach all dem muss ich aber auch kurz etwas zurückrudern. Ja, es gibt Kreative, die wirklich Erstaunliches und auch Neues mit KI zustande bringen:

Aber auch die kosten Geld. Und je besser die sind, umso teurer wird es. Geldersparnis? Maybe. Aber nicht automatisch. Und gute AI-Bilder brauchen Zeit. Manchmal mehr als ein Shooting. Zeitersparnis? Maybe. Aber nicht automatisch. Außerdem ist mir bei den Kolleginnen und Kollegen aufgefallen, dass die sich immer häufiger rechtfertigen müssen: „Wer jetzt denkt, dass das hier mit einem Prompt erledigt war ...“, oder „... ja, das ist KI, aber es hat mich 15 Stunden gekostet, plus 5 Stunden in der Post ...“

Mal nebenbei erwähnt: Ein Fotograf muss sich nur selten rechtfertigen, warum er X Stunden für ein Shooting gebraucht hat. Ich musste mich nie erklären.

Egal. Weiter im Text.

Ich erwähnte bereits, dass die Ablehnung von AI Creatives zunehmend wächst.

Wir sehen es z. B. an dem Shitstorm, den Coca-Cola wegen ihres Weihnachtsvideos über sich ergehen lassen musste. Oder jetzt gerade der Gitarrensaitenhersteller D’Addario, der für eine Promo Suno genutzt hat.

Aber warum haben die Menschen keinen Bock darauf?

Weil es um zutiefst menschliche Dinge wie Musik oder Kunst geht ... auch wenn es nur in Form einer Werbung daherkommt. Es fühlt sich falsch an. Oder anders gesagt ... willkommen im Uncanny Valley ... you may google it now.

Was ist also mein eigenes, kleines Fazit?

Ich finde, AI sollte weitestgehend aus kreativen Prozessen rausgehalten werden. Keine Ideenfindung, kein Brainstorming – weil die Grundlage nur Mittelmaß sein kann. Wem das reicht ... okay. Muss ja auch nicht immer top notch sein.

Keine Moodboards. Erklär mal einem Kunden, warum das fertige Bild nicht aussieht wie das KI-generierte ... Bonne Chance. Da kannst du noch so oft sagen, dass Physik sich anders verhält.

Keine AI-Fotoshoots. „Komm, ich stell mal die Limoflasche hierhin, mach 'n Handyfoto und KI macht den Rest.“ Wer so denkt, mag sein Geld auch den Content-Firmen mit ihren 100 Creatives in einer Woche geben.

Wo ich KI okay bis richtig gut finde:

  • In den Händen derer, die wirklich wissen, was sie machen. Menschen mit einem starken fotografischen oder designerischen Background, die es schaffen, wirklich Neues zu erschaffen.

  • Als Tool in Photoshop, das Kleinigkeiten ausbügelt.

  • Als Assi, der mir eine Packliste für ein Shoot zusammenstellt.

  • ...ach ja ...und für die Rechtschreibekorrektur dieses Posts ;)

Aber hey ... das ist nur meine Meinung. Und ich bin weder Professor der Informatik noch ein AI-Experte.

Ich bin nur Karl Arsch in der dritten Reihe, der sich mal über die Hintergründe informiert hat und hier seine Beobachtungen auskotzt.

Wie steht ihr zu dem Thema?

 
 
 

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David Weimann | Hardtbergstrasse 20 | 53507 Dernau | Germany |

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David Weimann ist professioneller Foodfotograf in Köln, Bonn und Düsseldorf

. Spezialisiert auf kreative Food- und Gastronomie Fotografie

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